Schlagwortarchiv für: DNA-Barcoding

Auftakt für eine österreichische eDNA-Interessensgemeinschaft

Das Metabarcoding-Symposium, das am 17. und 18. September 2026 am Naturhistorischen Museum Wien stattfand, war nicht nur eine Plattform für den fachlichen Austausch, sondern zugleich der Auftakt für die Entstehung einer österreichischen eDNA-Interessensgemeinschaft (vorläufig: OeDNA). Veranstaltet wurde das Symposium von der ABOL-Koordination gemeinsam mit Bettina Thalinger (WasserCluster Lunz) und Christoph Hahn (Universität Graz).

eDNA und Metabarcoding haben sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt und bewegen sich zunehmend in Richtung großflächiger und praxisorientierter Anwendungen. Gleichzeitig ist die Community in Österreich bislang noch relativ fragmentiert. Mit OeDNA möchten wir daher Forschende, Anwender, Behörden und Unternehmen stärker miteinander vernetzen, den Austausch fördern und gemeinsame Themen voranbringen.

Wer sich dafür interessiert, kann unter folgendem Link daran teilnehmen und informiert bleiben:

https://forms.gle/zZMczhC1zuUqERRQA

Großes Interesse am Metabarcoding-Symposium

Das Interesse am Metabarcoding-Symposium war überwältigend: Bereits nach kurzer Zeit war die Veranstaltung vollständig ausgebucht. Am ersten Tag erwartete die Teilnehmer ein vielfältiges Programm, das unterschiedliche Aspekte von eDNA und Metabarcoding zusammenbrachte. Die Vorträge reichten von aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen über die Bedeutung von Referenzdaten und Beispiele aus angewandten Projekten bis hin zu Fragen der Standardisierung.

Auch Unternehmen als wichtige Partner im gesamten Prozess erhielten die Möglichkeit, ihr Profil vorzustellen. Wir hoffen damit der Vielfältigkeit von Interessen und thematischem Hintergrund der Teilnehmer:innen gerecht worden zu sein.

Ein besonderer Dank gilt unseren beiden Keynote-Speakern Bernd Hänfling (UHI Inverness) und Henrik Krehenwinkel (Universität Trier) für ihre inspirierenden und eindrucksvollen Vorträge. Sie präsentierten ein umfangreiches Portfolio an Möglichkeiten, die eDNA und Metabarcoding in aquatischen und terrestrischen Lebensräumen bieten.

Ein weiterer Höhepunkt des ersten Tages war die ausgedehnte Podiumsdiskussion. Vertreter aus Wissenschaft, Behörden und Praxis diskutierten Erfahrungen, Chancen und Herausforderungen beim Einsatz von eDNA und Metabarcoding. Dabei wurden zahlreiche Fragen aufgeworfen, die im Rahmen der neu entstehenden OeDNA-Community weiter diskutiert und gemeinsam bearbeitet werden sollen. Ein zentrales Thema ist dabei die Standardisierung. In einigen Bereichen sind bereits Standards etabliert, beispielsweise im Rahmen von LTER. Diese basieren unter anderem auf wissenschaftlichen Arbeiten und Projekten wie GeMonA+ und können als Orientierung für die Implementierung von eDNA- und Metabarcoding-Methoden in weiteren Anwendungsbereichen dienen. Auch Unternehmen wie Spcfy bieten bereits Lösungen für standardisierte Analyse-Pipelines an.

Eine Variante einer Bioinformatik-Pipeline zur Auswertung von Metabarcoding-Daten lernten die Teilnehmer:innen beim hands-on Workshop am zweiten Tag der Veranstaltung kennen. 50 Personen nahmen am Workshop teil und lernten die einzelnen Schritte dieses komplexen Prozesses kennen. Neben der technischen Auswertung wurde auch die Interpretation der gewonnenen Ergebnisse ausführlich thematisiert.

Wir freuen uns über die gelungene Veranstaltung, bedanken uns bei allen Teilnehmer:innen fürs Dabeisein und Mitmachen und hoffen auf reges Interesse an OeDNA.

Fotos: M. Sonnleitner, B. Thalinger

Szucsich et al 2026

Rückblick auf ein Jahrzehnt ABOL: Koordination einer nationalen Biodiversitätsinitiative

Wie lässt sich die biologische Vielfalt eines Landes systematisch erfassen – was braucht es, damit aus einer Forschungsinitiative ein langfristig tragfähiges Netzwerk entsteht?

Seit 2014 widmet sich die Initiative Austrian Barcode of Life (ABOL) der systematischen Erfassung der österreichischen Tier-, Pflanzen- und Pilzvielfalt mithilfe von DNA-Barcodes. In den vergangenen zehn Jahren hat sich dabei weit mehr entwickelt als eine Sammlung genetischer Referenzdaten: ABOL ist zu einem österreichweiten Netzwerk geworden, das Forschung, biologische Sammlungen, Schutzgebiete, Fachgesellschaften und Citizen Science miteinander verbindet.

In unserer neuen Publikation „Evolving ABOL (the Austrian Barcode of Life Initiative): Reflections on a Decade of Coordinating a National Biodiversity Initiative“ ziehen wir als ABOL-Koordination Bilanz über die Jahre 2014 bis 2025.

Der Beitrag zeigt, wie ABOL aufgebaut und weiterentwickelt wurde – von Dateninfrastrukturen und Referenzdaten über neue Anwendungen des DNA-Barcodings bis hin zu partizipativen Formaten wie den ABOL-BioBlitzen. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig die langfristige Zusammenarbeit unterschiedlicher Institutionen und Disziplinen für eine umfassende Dokumentation der Biodiversität ist.

ABOL steht damit beispielhaft für einen integrativen Ansatz in der Biodiversitätsforschung: Taxonomische Expertise trifft auf molekulare Methoden, digitale Infrastrukturen und gesellschaftliche Beteiligung.

Doch der Blick der Publikation geht nicht nur zurück. Angesichts des fortschreitenden Biodiversitätsverlusts stellt sie auch die Frage, welche Rolle ABOL künftig und langfristig bei der Umsetzung nationaler und internationaler Biodiversitätsziele spielen kann.

Jetzt den vollständigen Beitrag lesen und zehn Jahre ABOL Revue passieren lassen:

Szucsich NU., Sonnleitner M, Ackerl F, Kargl V, Heinzl J, Hörweg C & Haring E (2026). Evolving ABOL (the Austrian Barcode of Life Initiative): Reflections on a Decade of Coordinating a National Biodiversity Initiative. Acta ZooBot Austria 162, 45–71.

Rückblick auf eine erfolgreiche ABOL-Freilandsaison 2026!

Seit 2019 ist das ABOL-Koordinationsteam bei den verschiedenen Tagen der Artenvielfalt mit ABOL-Bioblitzen aktiv bei denen DNA-Barcodes generiert werden und Expert:innen mit diesem methodischen Ansatz vertraut gemacht werden. Auch dieses Jahr erfreuten sich die Tage der Artenvielfalt großer Beliebtheit. Dank der zahlreichen engagierten Expertinnen und Experten wurden viele Arten dokumentiert und es gab auch eine rege Beteiligung an den ABOL-BioBlitzen.
Die diesjährigen Veranstaltungen führten durch ein breites Spektrum an Lebensräumen – vom Tiefland mit Trockenrasen, Wiesen und Wäldern bis in höchste Lagen mit Niedermooren und alpinen Matten.

Den Auftakt machte der Tag der Artenvielfalt am 12. & 13. Juni im Biosphärenpark Wienerwald in Wien Penzing. Mehr als 100 Experten erhoben in Trockenrasen, Wiesen und Wäldern der collinen Stufe insgesamt 1455 Arten. Trotz des wechselhaften Wetters war diese Veranstaltung ein voller Erfolg. Beim anschließenden Fest der Artenvielfalt konnten Jung und Alt Geologie, Naturschutz und Biodiversität hautnah erleben. Beim ABOL-Infostand wurden die Besucher:innen über die Möglichkeiten genetischer Methoden in der Artbestimmung aufgeklärt.

Ähnliche Standortsbedingungen gab es beim darauffolgenden Geo-Tag am Simon Hof in Mittertrixen, Kärnten. Das ABOL-Koordinationsteam konnte zwar selber nicht vor Ort sein, die Möglichkeit Gewebeproben für DNA-Barcodes beizusteuern, wurde den Teilnehmer:innen trotzdem geboten. Wir bekamen sehr positive Rückmeldung von der Veranstaltung, bei der keine Mühen gescheut wurden, um am 27. & 28. Juni die Biodiversität auf einem aktiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Betrieb zu erheben. Laubwald-, Teich- und Felsbiotope luden zur Artensuche ein. Die ca. 40 Forschenden konnten 850 Arten verzeichnen.

Am zweiten Juliwochenende fanden zwei Tage der Artenvielfalt zeitgleich statt. Von 10. bis 12. Juli wurde der Tag der Artenvielfalt  im Tiroler Teil des Nationalparks Hohe Tauern im Debanttal veranstaltet. Die große Höhenamplitude – von der montanen bis in die alpine Stufe – spiegelte sich auch in den hohen Artenzahlen wider. Bei traumhaftem Wetter konnten ca. 60 Forschende etwa 2400 Beobachtungen dokumentieren. Auch die Lebensräume hätten diverser nicht sein können – von Lärchen-Zirbenwäldern über Weiden, alpine Rasen, Blockhalden, Quellfluren bis hin zu Niedermooren und einem alpinen See war alles dabei. Diese enorme Vielfalt spiegelt sich auch in den zahlreichen Proben wieder, die zur Generierung von DNA-Barcodes beigesteuert wurden.

Parallel wurde am 10. & 11. Juli zum Geo-Tag der Artenvielfalt im Europaschutzgebiet Untere Lavant geladen. Dort standen colline Uferbereiche, Auwälder, Altarme, Schlucht- und Hangmischwälder und Grünlandflächen im Fokus. Unter großem Einsatz – nicht alle Teilnehmer:innen blieben trocken – wurde auch hier die Artengarnitur erhoben. Dabei konnten ca. 45 Forschern knapp unter 1000 Arten nachweisen.

Den Abschluss bildete der GEO-Tag der Artenvielfalt im Biosphärenpark Nockberge am 17. & 18. Juli. Rund um den Falkertsee wurde zwischen etwa 1300 und 2000 m Seehöhe die Biodiversität erfasst. Das Gebiet zeichnet sich durch Almweiden, Lärchen- und Zirbenwäldern, naturnahe Bachoberläufe sowie den Falkertsee selbst aus. Rund 35 Forschende dokumentierten nach erster Hochrechnung 735 Arten.

Die Ergebnisse der diesjährigen Tage der Artenvielfalt zeigen einmal mehr, wie wertvoll die Zusammenarbeit engagierter Expertinnen und Experten für die Erfassung der Biodiversität ist und wie davon auch die DNA-Barcode-Referenzdatenbank profitieren kann. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Veranstalterinnen und Veranstaltern sowie allen Teilnehmenden, die mit ihrem Einsatz zum Erfolg der Veranstaltungen beigetragen haben.

 

Mehr Infos und Highlights findet ihr hier:
Tag der Artenvielfalt: Auf Entdeckungstour in Wien-Penzing | Biosphärenpark Wienerwald
20 Jahre Tage der Artenvielfalt – nationalparksaustria.at | DE

Impressionen (Fotos M. Sonnleitner, J. Heinzl, N. Szucsich)

 

ABOL & Partner:innen laden ins Naturhistorischen Museum Wien zu einem
zweitägigen Symposium zur Theorie und Praxis von (e)DNA Metabarcoding!

Am ersten Tag finden Vorträge aus verschiedenen Themenbereichen rund um (e)DNA Metabarcoding und dessen Anwendung mit einer abschließenden Podiumsdiskussion statt. Als Keynote-Speaker konnten wir bereits
Bernd Hänfling von der University of the Highlands and Islands (UK) gewinnen!
Der zweite Tag widmet sich der praktischen Umsetzung – mit einem Hands-on-Workshop zur bioinformatischen Auswertung und einem Schwerpunkt zur Interpretation von Metabarcoding-Daten.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen! Anmeldung erforderlich!

Weitere Infos unter www.abol.ac.at/metabarcoding-symposium

Zur Abwechslung meinte es das Wetter in den Hohen Tauern heuer, vom 18.-20. Juli 2025, gut mit uns. Beim Tag der Artenvielfalt des Nationalparks, im Gradental und Gartltal in Kärnten war nicht nur das Wetter rekordverdächtig, sondern, mit beinahe 100 Anmeldungen, auch die Anzahl der teilnehmenden Expert:innen.

Viele waren bereits am Freitag im Feld unterwegs auf Artensuche. Am Abend wurden mittels Lichtfallen nachtaktive Insekten angelockt, fotografiert, bestimmt und auf Observation.org erfasst. Schon kurz nach dem Leuchten waren in Observation.org bereits über 160 Arten an Nachtfaltern aus dem Untersuchungsgebiet eingetragen!

Während am Samstag der Großteil der Forscher:innen das Gradental besuchte – ein ausgedehntes Hochtal, das vom Mölltal Richtung Südwesten zieht und  von 3000ern umgeben ist – nahmen wir, die ABOL-Delegation, uns das südlich anschließende Gartltal vor. Insektenmäßig besonders interessant und ertragreich waren die Hochstaudenfluren entlang der Waldschläge mit Bärenklau, Mädesüß, Disteln und anderen Blühstauden. Weiter oben schlossen dann subalpiner Lärchenwald und Borstgras-reiche Weiden mit charakteristischer Silikatflora an. Sehr attraktiv und blütenreich waren auch die niedermoorigen Bereiche beim Fleckmoos auf etwa 2000 m. Am späten Nachmittag wurden wir vom Shuttlebus beim Parkplatz in Ranach wieder abgeholt. Wie üblich waren die Transporte sehr gut organisiert. Rechtzeitig vorm Gewitter waren wir wieder im Tal.

Am Sonntagvormittag traf sich dann der Großteil der Teilnehmer:innen in Döllach zur Abschlusspräsentation. Neben diverser Wortspenden wurden von den Expert:innen die gefundenen Besonderheiten präsentiert – vom Erstnachweis einer Höhlenschrecke für das Gebiet, bis zum Leuchtmoos, das gerne in Halbhöhlen zu finden ist.
Nach dem abschließenden Gruppenfoto machten sich die meisten auf den Heimweg.

Aus ABOL-Sicht sind diese Gelegenheiten wie geschaffen, um mit Taxonom:innen in Kontakt zu treten – von alt-bekannt bis zu den vielen jungen Teilnehmer:innen. Die eine oder andere DNA-Barcode-Referenz wird auch aus diesen Tagen der Artenvielfalt zur Füllung der Datenbank beitragen. Wir bedanken uns bei den Organisator:innen für ihren Einsatz und bei allen, die beim ABOL-BioBlitz mitmachen.

Impressionen (Fotos: M. Sonnleitner):

Am 13. und 14. Juni 2025 veranstaltete der Biosphärenpark Wienerwald seinen mittlerweile 20. Tag der Artenvielfalt – dieses Jahr im niederösterreichischen Teil des Biosphärenparks rund um Baden bei Wien. Rund 100 Expert:innen aus unterschiedlichen Fachrichtungen machten sich  daran, die vielfältige Flora, Fauna und Funga der Region um den Kurpark bis zum Lindkogel zu erkunden. Bei strahlendem Wetter konnten zahlreiche spannende Beobachtungen gemacht und eine beeindruckende Anzahl von über 1700 Arten dokumentiert werden.
Wie auch in den vergangenen Jahren stand das Ziel im Vordergrund, innerhalb von 24 Stunden möglichst viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten nachzuweisen und so wertvolle Daten für den Naturschutz im Biosphärenpark zu sammeln. Ergänzend dazu wurde ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten: Nachtwanderungen, geführte Exkursionen sowie ein „Fest der Artenvielfalt“ am 14. Juni im Kurpark, bei dem sich interessierte Gäste an zahlreichen Informationsständen über Natur- und Artenschutz informieren konnten.
ABOL war ebenfalls mit dabei: Am 13. Juni war unser Team im Gelände unterwegs, um Proben zu sammeln, am 14. Juni standen wir mit einem Infostand für Gespräche zur Verfügung. Dabei konnten wir viele interessante Gespräche über die Rolle von DNA-Barcoding im Biodiversitätsmonitoring und Naturschutz führen – und nicht zuletzt neue Kontakte knüpfen und bestehende Kooperationen vertiefen.
Ein großes Dankeschön gilt dem Organisationsteam für die hervorragende Vorbereitung und Durchführung dieser gelungenen Veranstaltung!

Bericht und weitere Bilder vom Biosphärenpark Wienerwald ->HIER

Impressionen (Fotos von: N. Szucsich, V. Kargl, M. Sonnleitner):

Die Tage der Biodiversität ´25, die ABOL wieder mitveranstalten durfte, sind vorbei. Unser Dank gilt unseren Mitveranstaltern Biodiversitäts-Hub, BOKU, ZooBot, NOBIS, Uni Wien und NHM Wien für die reibungslose Zusammenarbeit. In erster Linie bedanken wir uns aber bei allen Teilnehmer:innen für inspirierende Fachvorträge, interaktive Workshops und lebendige Diskussionsrunden.

Unter dem Leitmotiv “Gemeinsam auf dem Weg aus der Biodiversitätskrise” ging es um die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt sowie um mögliche Lösungsstrategien. Rund 500 Expert:innen, Forscher:innen und Interessierte kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen und nachhaltige Wege für die Zukunft zu diskutieren.

In 38 Sessions ging es um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und die Erarbeitung praxisnaher Lösungen. Nationale und internationale Expert:innen aus den Bereichen Naturschutz, Forschung und Praxis stellten innovative Ansätze vor, um dem Verlust der biologischen Vielfalt aktiv entgegenzuwirken. Als eines vieler Highlights fand am letzten Tag eine Podiumsdiskussion zum Barometer der Österreichischen Biodiversitätspolitik 2024 statt, bei der Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft, Landwirtschaft und dem Österreichischen Biodiversitätsrat über die drängendsten Herausforderungen und Lösungsansätze debattierten. Besonders betont wurde die Bedeutung gemeinschaftlicher Anstrengungen sowie der interdisziplinären Zusammenarbeit.

ABOL feierte das 10-jährige Bestehen der ABOL-Initiative mit einer eigenen Session, einem Rückblick auf die Entwicklung der molekularen Methoden in der Artbestimmung, einem Ausblick auf die zukünftige Ausrichtung und einer Reihe an interessanten Vorträgen zu ABOL-Projekten und Monitoring-Ansätzen.

Neben dem fachlichen Austausch gab es viel Zeit und Raum für Vernetzung. Die große Resonanz und das durchweg positive Feedback der Teilnehmenden unterstreichen den Erfolg der Veranstaltung und bestätigen die Notwendigkeit gemeinsamer Initiativen. Die Tage der Biodiversität ‘25 haben eindrucksvoll gezeigt, dass wirksame Maßnahmen, um dem Verlust der Biodiversität entgegenzuwirken, nur durch enge Kooperation auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene realisiert werden können.

Wir danken allen Beteiligten für ihre wertvollen Beiträge und ihr Engagement und freuen uns auf eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft!

Zur Tagungswebsite ->HIER

Einige Impressionen von der Tagung (mehr Fotos wird es auf der Tagungswebsite geben):

 

Am ersten Juli-Wochenende gastierte der ABOL-BioBlitz beim GEO-Tag der Artenvielfalt im Geopark Karawanken, heuer erstmals in Südkärnten.

Nach der Begrüßung und einleitenden Worten in Bleiburg wurde am Nachmittag und Abend des ersten Tages das Globasnitzbachtal untersucht. Dort war für jede und jeden was dabei – Bach, Hochstauden, Wälder, und auch wunderbare artenreiche Wiesen, die Botaniker- und Entomolog:innen-Herzen höher schlagen ließen. Am zweiten Tag waren die hohen Lagen der Petzen Ziel der Artenerhebung. Ausgerüstet mit Kameras, Keschern, Röhrchen etc. brachte uns die Seilbahn ins Untersuchungsgebiet. Das sonnige Wetter schuf gute Bedingungen für die Artensuche, lediglich der Wind in exponierten Lagen war etwas hinderlich. Aufgrund der geologischen Besonderheiten und den südlichen Einfluss ist die Region besonders artenreich und somit für alle Forscher:innen hochspannend. Erste Abschätzungen ergaben bereits etwa 1200 gefundene Arten, was eine stattliche Zahl darstellt. Der Erfolg ist aber nicht zuletzt der großen Anzahl an etwa 90 teilnehmenden Wissenschaftler:innen geschuldet, wie auch der perfekten Organisation der Veranstaltung durch das Land Kärnten, dem Ökoteam und E.C.O.

Wir bedanken uns recht herzlich, dass wir wieder dabei sein durften, für die großartige Verpflegung, die hübschen T-Shirts und die Möglichkeit Freunde und Bekannte sowie neue Leute zu treffen.

Wir möchten Sammler:innen noch aufrufen, sich mit uns in Verbindung zu setzen, falls sie Proben von Arthropoden für DNA-Barcodes zur Verfügung stellen möchten!

Impressionen aus dem Untersuchungsgebiet (Bilder: M. Sonnleitner):

Parallel zum Tag der Artenvielfalt im Biosphärenpark Wienerwald war ABOL vom 6. bis 9. Juni bereits zum dritten Mal beim ÖEG-Insektencamp vertreten. Wie ABOL feierte das Insektencamp heuer sein 10-jähriges Jubiläum, heuer fand es im Naturpark Karwendel in Tirol statt Zu diesem Anlass wurden alle Teilnehmer:innen mit liebevoll gestalteten T-Shirts überrascht. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge übergab die scheidende ÖEG Jugendreferentin Elisabeth Huber die Organisation des Camps feierlich an ihre Nachfolger Elisabeth Glatzhofer und Samuel Messner.

Circa 40 Expert:innen und angehende Jungentomolog:innen sammelten auf 13 Probeflächen verschiedenste Arthropoden-Gruppen. Schmetterlinge, Käfer, Zikaden, Hautflügler, Wanzen, Fliegen, Tausendfüßer und Co waren aufgrund des guten Wetters reichlich vertreten. Die Probeflächen waren so divers wie die besammelten Taxa selbst. So wurden unter anderem Nadelwälder, Almweiden, Tümpel, alpine Kalkrasen, hochalpine Schuttflurhalden sowie das Flussufer entlang der Isar untersucht.

In einem Kurzvortrag stellen wir unser neues Biodiversitätsfonds-Projekt RefDat vor und luden alle Teilnehmer:innen zur Mitarbeit ein. Alle Interessent:innen konnten sich im Anschluss von unserem Team vorbereitete Tubes für die Beprobung des gesammelten Materials abholen.

Zeitig in der Früh, mit gut gefüllten Mägen, einer breiten Palette an Utensilien und größtenteils idealem Wetter, schwärmten die Gruppen ins Untersuchungsgebiet aus. Nach dem Abendessen traf man sich im Lokal und präparierte und bestimmte bei lockerer Atmosphäre bis spät in die Nacht. Währenddessen wurde die Gelegenheit genutzt, sich fachlich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Alle Mutigen und Aufgeweckten fuhren bei nächtlichen Gewittern zum Tagesabschluss noch zum Leuchten hinaus.

Wir bedanken uns herzlich beim ÖEG-Team und beim Team des Naturparks Karwendel für die tolle Verpflegung und Organisation und ganz besonders bei Elisabeth Huber für das langjährige Engagement! Mit Spannung erwarten wir die Ergebnisse der Datenauswertung, als auch die Resultate unserer DNA-Proben.

Impressionen (Bilder: N. Fial, N. Szucsich):

Durch die Biodiversitätsfonds-Projekte ABOL-RefDat und GeMonA+ ist unser ABOL-Team am Naturhistorischen Museums mit Anfang 2024 gewachsen und die ersten BioBlitze waren eine gute Gelegenheit die Datenerhebung zu unterstützen sich in der Biodiversitäts-Community zu vernetzen.

Der diesjährige Tag der Artenvielfalt des Biosphärenparks Wienerwald fand in Wien-Liesing statt, zeitgleich reiste ein Teil des ABOL-Teams zum ÖEG-Insektencamp in den Naturpark Karwendel.

Anlässlich der City Nature Challenge startete Ende April eine Exkursion in das Untersuchungsgebiet Wien-Liesing in den Bereich um die Himmelswiese. Schon dort konnten einige Arten erhoben werden und bei Tag der Artenvielfalt am 8. + 9. Juni wurde diese Artenliste noch weiter ergänzt. Bei idealem Wetter, das nur durch zeitweise Windböen den Insektenfang erschwerte, ging es über Waldwege und extensive Wiesen, zu unterschiedlichen Gewässertypen. Durch die hellen ExpertInnen-T-Shirts traf man immer wieder auf interessierte BesucherInnen oder ExpertInnen anderer Artengruppen, wodurch sich nette Gespräche ergaben.

Beim Fest der Artenvielfalt teilten wir uns mit der Mykologischen Gesellschaft einen Informationsstand, der dank des im Vorfeld günstigen Pilz-Wetters prall gefüllt war!

Einen gemütlichen Ausklang fand der Tag der Artenvielfalt bei einem nahegelegenen Heurigen, zu dem alle ExpertInnen eingeladen wurden. Ein großes Dankeschön an das Organisationsteam, es war wie immer ein großartiges Erlebnis mit reibungslosem Ablauf!

Impressionen (Fotos: M. Sonnleitner)

Schlagwortarchiv für: DNA-Barcoding