Vor kurzem wurde die Beschreibung einer neuen Pilzart aus der Gattung der Risspilze, Inocybe antoniniana, publiziert. Diese Art ist nach momentanem Kenntnisstand aus Österreich, Deutschland und der Türkei bekannt. Als bevorzugtes Habitat des Mykorrhizapilzes werden Buchenwälder, tw. gemischt mit anderen Baumarten, angegeben. Die neue Art wurde detailliert mit Illustrationen der Mikro- und Makromorphologie beschrieben, sowie auch genetisch anhand von ITS-Sequenzen.  Die österreichische Aufsammlung stammt aus Oberösterreich, nahe Vöcklabruck. Somit können wir eine weitere Art neu für die Wissenschaft und neu für Österreich verbuchen, an der ABOL beteiligt war (HRSM-Projekt Pilze, Univ. Wien).

Publikation:

Bandini, D., Sesli, E., Oertel, B., & Krisai-Greilhuber, I. (2020). Inocybe antoniniana, a new species of Inocybe section Marginatae with nodulose spores. Cite

Die Erstellung der DNA-Barcode-Bibliothek für österreichische Amphibien und Reptilien ist nun abgeschlossen. Analysiert wurden alle heimischen Arten ausgenommen Vipera ursinii rakosiensis (Ungarische Wiesenotter) und Lissotriton helveticus (Fadenmolch), die wahrscheinlich ausgestorben sind bzw. extrem selten und räumlich begrenzt vorkommen.

Im Rahmen der ABOL-Initiative wurden an der Universität Graz 194 DNA-Barcodes, vorwiegend aus Material in wissenschaftlichen Sammlungen, aber auch aus frischem Material, erstellt. Die Identifikation der Arten durch die ermittelten Barcodes war in den meisten Fällen erfolgreich, außer im hybridogenen Artkomplex der Wasserfrösche und Schwanzlurche aus Regionen sympatrischen Vorkommens. Natrix helvetica und Pelophylax bergeri konnten erstmals für Westösterreich nachgewiesen werden. Der Vergleich mit existierenden Daten Europäischer Reptilien und Amphibien bestätigte die gewonnenen Ergebnisse, zeigte aber auch anhand einiger Spezialfälle die Stärken und Limitierungen von DNA-Barcoding bei Amphibien und Reptilien.

DNA-Barcoding stellte sich einmal mehr als effizienter Ansatz zur Artbestimmung aller Entwicklungsstadien heraus, aber auch zur Auffindung neuer, auch invasiver Arten. Diese Daten fungieren einerseits als wichtige wissenschaftliche Grundlage, andererseits auch als Basis für nationale und transnationale Schutzbestrebungen.

Wir gratulieren dem Team zur erfolgreichen Publikation! Lesen Sie hier.

Liebe ABOL-Community und Interessierte,

das Wissen über Biodiversität, nicht nur im wissenschaftlichen Umfeld, sondern auch in der Bevölkerung, ist wichtiger denn je. Seit vielen Jahren leisten hier die Tage der Artenvielfalt einen wichtigen Beitrag. Um dieses Wissen, das hier von ExpertInnen zur Verfügung gestellt wird, auch für genetische Analysen nutzen zu können, wird ABOL auch heuer wieder an den Tagen der Artenvielfalt mit ABOL-BioBlitzen teilnehmen. ExpertInnen sind abermals aufgerufen, die von Ihnen gesammelten und bestimmten Organismen für DNA-Barcoding zu beproben. Letztes Jahr konnten wir auf diese Weise etwa 1900 Tiere beproben und einen wertvollen Beitrag zu österreichischen Referenzdaten leisten. Weitere Informationen und Termine finden Sie ->hier. Die Seite wird laufend aktualisiert.

Darüber hinaus möchten wir auch auf die City Nature Challenge 2020 aufmerksam machen, bei der Österreich mit Wien, Graz und Wachau heuer erstmals mitmachen wird. Die Challenge findet vom 24.-27. April statt. Dabei werden die Beobachtungsdaten von Pflanzen, Tieren und Pilzen über die Plattform iNaturalist aufgenommen. Jeder kann mit dem Handy Organismen fotografieren und hochladen, die dann von ExpertInnen bestimmt werden.  Das Ziel der City Nature Challenge ist, in einem weltweiten Wettbewerb die Artenvielfalt in Städten zu dokumentieren. Eine genaue Artenkenntnis ist dabei nicht erforderlich, denn die Beobachtungen werden, so gut es geht, per Crowdsourcing (also von anderen iNaturalist-Nutzern) bestimmt. Jeder kann sich dabei sowohl als Melder als auch als Bestimmer beteiligen. Gut geeignet ist diese Challenge auch als Schulprojekt.

Dazu veranstaltet Lorin Timaeus Vorträge und einen Workshop für LehrerInnen.  Alle Termine dindet man unter https://www.inaturalist.org/projects/city-nature-challenge-2020-wien/journal; Anmeldung bis 11.03. unter cncwien@gmail.com. Anleitungen zu dem App iNaturalist findet man auf https://www.inaturalist.org/projects/city-nature-challenge-2020-wien?tab=about

Am 18. Dezember fand das 2. Österreichische Forum zu Biodiversität & Ökosystemleistungen an der VetMed Uni Wien unter dem Motto Landnutzung und Biodiversität statt.

Neben Vorträgen zur Messung und Bewertung von Biodiversität und dem Launch des Biodiversitätsatlas für Österreich (https://biodiversityatlas.at/), ging der Österreichische Biodiversitätsrat mit fünf Kernforderungen zum Schutz der heimischen Biodiversität an die Öffentlichkeit (-> zu den Kernforderungen). Maßnahmen zum Stopp der Biodiversitätskrise, die Einhaltung von Verpflichtungen, der Wandel zur naturverträglichen Gesellschaft, die Stärkung von Bildung und Wissenschaft, sowie passend zum Thema des Forums, der Wechsel zu einer biodiversitätsfördernden Landnutzung wurden vorgestellt und in Workshops von ExpertInnen diskutiert.

Alle, die sich den Zielen des Netzwerks für Biodiversität verbunden fühlen, können ein Memorandum of Understanding unterzeichnen (https://www.biodiversityaustria.at/netzwerk/mou/).

Liebe ABOL-Gemeinde,

heuer war die ABOL-Tagung zum ersten Mal in Innsbruck zu Besuch. Herrliches Winterwetter bildete den Rahmen zur 3-tägigen Veranstaltung, die aus dem ersten D-A-CH User Group Meeting (UGM) zum Thema DNA-Methoden im Umweltmanagement und der 6. ABOL-Tagung bestand. Die beiden ersten Tage waren  den Anwendungsmöglichkeiten von DNA-basierten Methoden im Umweltmonitoring und deren Implementierung auf rechtlicher Ebene gewidmet. Hochkarätige Vorträge führten zu spannenden Diskussionen. Beim Methoden-Pitch konnten sich die Teilnehmer über Details zu verschiedenen Methoden informieren. Die ABOL-Tagung am letzten Tag spannte den Bogen zu den wissenschaftlichen Grundlagen von DNA-Barcoding und der wichtigen Frage der Erstellung von vertrauenswürdigen Referenzen, die eine Anwendung in der Praxis erst ermöglichen. Die Breite der internationalen Beteiligung und die hohe Diversität der Vorträge spiegelte ideal die Öffnung von ABOL für die gesamte Biodiversitäts-Community wider. Wir bedanken uns bei allen Rednern für die spannenden Beiträge und allen TeilnehmerInnen für ihr Kommen!
Ein besonderer Dank gilt Michael Traugott und seinem Team für die perfekte Organisation und nicht zuletzt für die Weltpremiere, dem ersten genetischen Krampus-Nachweis im Rahmen des Konferenz-Dinners :-)

Wir wünschen Frohe Festtage und einen Guten Rutsch und hoffen auf fruchtbare Zusammenarbeit im nächsten Jahr.

Mit besten Grüßen,

das ABOL-Koordinationsteam

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Einige Eindrücke vom DACH-UGM und der ABOL-Tagung (Bildautoren: Veronika Neidel und Michaela Sonnleitner):

Biodiversität ist ein Begriff, der noch bei weitem nicht fest genug in den Köpfen der Menschen verankert ist. Der globale Klimawandel kann als Faktum, Problem und Gefahr nicht mehr wegdiskutiert werden, „Fridays for Future“ ist ein Ausdruck dafür. Das „Sechste Massensterben“ hingegen ist in vollem Gang, und dennoch fangen sehr viele Leute nichts mit dem Begriff Biodiversität an. Dies und die Tatsache, dass eine Trendumkehr der globalen Erwärmung ohne gleichzeitiges Stoppen der Lebensraumzerstörung und des Biodiversitätsverlustes nicht stattfinden kann, hat Elisabeth Haring beim „Fridays For Future“ Streik am 15.11. am Stock im Eisenplatz in Wien thematisiert.

https://fridaysforfuture.at/regionalgruppen/wien

 

Liebe ABOL-Community, liebe Interessierte,

wir haben die Early Bird Registrierung für die heurige ABOL-Tagung bis 18. Oktober verlängert !
Tagungsbeiträge in Form von 15 minütigen Talks oder Lightning-Talks (3 Minuten) können noch bis 31. Oktober eingereicht werden.

Weitere Infos zur Tagung finden Sie auf unserer Tagungs-Website.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Euer ABOL-Koordinationsteam

Die Abhängigkeit des Menschen von seiner belebten Umwelt spiegelt sich viel zu wenig im politischen Handeln wider. Um der Biodiversität eine stärkere Stimme zu geben hat sich kürzlich ein Biodiversitätsrat aus Expertinnen und Experten gebildet. Eine erste Presseaussendung gibt es hier zu lesen.

Auf dass der Biodiversitätsrat in Zukunft wachse und die biologische Vielfalt eines von mehreren gleichberechtigten gesellschaftlichen Zielen wird, ganz im Sinne der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen!

Euer ABOL-Koordinationsteam

 

Unter dem Motto “Gipfeltreffen der Artenvielfalt am Fuße des Großglockners” stand der 13. Tag der Artenvielfalt des Nationalparks Hohe Tauern, bei dem sich ABOL wieder mit einem BioBlitz beteiligte. Über 60 Expertinnen und Experten untersuchten vom 26. bis 28. Juli das Gössnitztal, ein lang gestrecktes Hochtal auf etwa 2.000 m Seehöhe, und den Talgrund um Heiligenblut. Neben Pflanzen und Pilze wurden zahlreiche Tiergruppen bearbeitet, eine Handy-App erleichterte dabei oft die Datenaufnahme. Bei einbrechender Dämmerung dienten Leuchtkonstruktionen dazu, in unterschiedlichen Höhenlagen nachtaktive Insekten – besonders Nachtfalter – anzulocken. Zusätzlich wurden Fledermäuse beobachtet und ihre Rufe mittels Batcorder aufgenommen.
Wir freuen uns, dass auch die genetische Erfassung der Artendiversität mittels DNA-Barcodes auf großes Interesse gestoßen ist. So können zahlreiche Proben zum Aufbau eines genetischen Bestimmungsbuchs der österreichischen Biodiversität beitragen.

Ein großes Lob und ein herzliches Dankeschön an alle OrganisatorInnen. Keine logistische Herausforderung – mehrere Quartiere mussten organisiert werden, ForscherInnen mussten mit Bussen zum Ausgangspunkt für Wanderungen gebracht werden etc. – war zu groß.
Wir bedanken und beim gesamten Nationalpark-Team und bei den ExpertInnen für die Mitarbeit beim ABOL-BioBlitz!

 

Liebe ABOL-Community und Interessierte!

Wie bereits angekündigt, findet unsere heurige ABOL-Tagung am 6. Dezember in Innsbruck statt! Die Tagung wird im Anschluss an das DACH-UGM – DNA-Methoden im Umweltmanagement (Deutschland/Österreich/Schweiz – User Group Meeting) stattfinden, wodurch ein Bogen von der Anwendung bis zu den wissenschaftlichen Grundlagen von DNA-Barcoding gespannt wird. Beide Veranstaltungen können – zu einem ermäßigten Tagungsbeitrag – gemeinsam besucht werden, es ist aber auch möglich nur eine der Veranstaltungen zu besuchen.

Die Registrierung ist bereits möglich (-> Registrierung).

Für die ABOL-Tagung freuen wir uns auf spannende Beiträge in Form von Vorträgen (15 Min. + 5 Min. Diskussion) oder Lightning Talks (3 Min., max. 3 Folien; keine Poster möglich!). Die Einreichung der Abstracts erfolgt über die Registrierungsseite.

Eine baldige Registrierung zahlt sich aus! Early Bird Registrierung und Einreichung der Abstracts bis 1. Oktober 2019, Anmeldeschluss 31. Oktober 2019.
Tagungssprache ist Englisch, beim UGM meeting finden die ersten eineinhalb Tage in Deutsch statt, danach folgt ein englischsprachiger Nachmittag!

Besuchen Sie auch unsere Tagungs-Website!

Wir freuen uns auf eine interessante Tagung in neuem Rahmen!

Das ABOL-Koordinationsteam