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Aufgrund des großen Erfolgs im letzten Jahr hat heuer in den letzten beiden Septemberwochen der 2. DNA-Barcoding Workshop an der University of Zambia (UNZA) in der Hauptstadt Lusaka stattgefunden.
Im Rahmen des OeAD-Projekts “Inventorying biodiversity in the tropics: Establishing a DNA-barcoding pipeline for characterizing and monitoring Zambia’s biodiversity” unter dem Lead der Universität Graz (Stephan Koblmüller und Lukas Zangl) und Beteiligung von ABOL und Prof. Cyprian Katongo (UNZA) wurden Studierende und Mitarbeiter:innen der UNZA in allen erforderlichen Schritten der Erstellung von DNA-Barcodes ausgebildet. Der Workshop begann mit einer Vortragsreihe über verschiedene Aspekte von DNA-Barcoding als Standardansatz zur Erfassung der Biodiversität, dessen Anwendungsmöglichkeiten im Monitoring, die Herausforderungen einer nationalen Biodiversitätsinitiative und Möglichkeiten für Studierende und Doktorand:innen in Österreich zu forschen. Die restlichen Workshoptage bildeten den gesamten Prozess der Erstellung von DNA-Barcodereferenzen – vom Sammeln bis zur Datenauswertung – ab. Die generierten DNA-Barcodes von Fischen und Libellen sollen als Kristallisationskeim dienen, um den sich eine nationale Initiative in Sambia formieren kann. Anhand der Libellen wurde den Teilnehmer:innen auch das Präparieren und Bestimmen von Insekten nähergebracht. Laborarbeit mit DNA-Extraktion und PCR, sowie die Bearbeitung und Auswertung der Sequenzdaten erfreuten sich besonderer Beliebtheit. Insgesamt war der Workshop mit etwa 30 Teilnehmer:innen abermals ein großer Erfolg. 

Letzten Samstag (7.10.) war ABOL gemeinsam mit den Zentralen Forschungslaboratorien bei der Langen Nacht der Museen im Naturhistorischen Museum Wien vertreten. Besucher:innen konnten sich bei uns von 18 Uhr bis 1 Uhr morgens über ABOL, DNA-Barcoding und DNA-basierte Forschung im Allgemeinen informieren. Im mobilen Lab wurde mit einfachen Hilfsmitteln DNA aus Paradeisern extrahiert und so konnte die DNA als heller Bodensatz im Probenröhrchen fasziniert bestaunt werden. Wir erklärten Grundlagen und Anwendungen von DNA-Barcoding und was die ABOL-Initiative alles macht. Besondere Aufmerksamkeit bekamen die präparierten Libellen als Beispiel dafür, wie Insekten im Museum aufbewahrt werden. Manche der Besucher:innen staunten nicht schlecht, dass es in Österreich 78 verschiedene Libellenarten gibt. Unter der Stereolupe konnten Exuvien der Tiere von Libellen betrachtet werden, was sich auch großer Beliebtheit erfreute. So war die lange Nacht für uns sehr kurzweilig. Wir freuen uns über das große Interesse und die vielen interessanten Gespräche, die sich entwickelten. Mit 16.000 Besucher:innen war die Veranstaltung ein riesiger Erfolg für das NHM.

Die Tagungswebsite zu den Tagen der Biodiversität 2023 ist online und die Anmeldung geöffnet!
https://biodiversitaetstage.boku.ac.at/
Auf der Website gibt es bereits Kurzbeschreibungen zu den 9 Sessions, einen Zeitplan etc. und natürlich den Link zur Anmeldung! Da die Plätze vor Ort limitiert sind, bitten wir Sie um möglichst baldige Registrierung! Die Tagung ist kostenpflichtig, wir haben uns bemüht, die Preise niedrig zu halten, müssen aber Kosten für Catering und Technik abdecken.
Die Keynote-Vorträge am 8. und 9.11. sind frei zugänglich solange Plätze vorhanden sind, ebenso die Podiumsdiskussion mit Fr. Bundesministerin Leonore Gewessler am Freitag den 10.11.
Die Infos auf der Website werden laufend ergänzt und erweitert!

Mit dem Tag der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern an der Deferegger Sonnseite in Osttirol wurde die heurige ABOL-BioBlitz Serie komplettiert. Wie schon in den letzten Jahren war das Wetter just an diesem Wochenende schlecht bis wechselhaft. Immerhin hatten wir heuer einige Sonnenfenster, in denen auch Fluginsekten, besonders Hummeln, Schwebfliegen und auch Schmetterlinge beobachtet werden konnten. Der erste Abend war bereits den Lichtfängen gewidmet – mit Lichtfallen wurden am Ufer des Schwarzach Flusses und im alpinen Bereich am Speikboden nachtaktive Insekten angelockt und kartiert. Der Samstag war ganz der Artensuche in den Untersuchungsflächen oberhalb von St. Veit und St. Jakob gewidmet, bis hinauf in hochalpine Lagen. Am Abend wurden rund um das Haus des Wassers des Nationalparks, das als Stützpunkt diente, Netze zum Fangen von Fledermäusen aufgestellt mit denen gemeinsam mit Echoortung 5 Fledermausarten nachgewiesen werden konnten. Bei der Abschlussveranstaltung am Sonntag wurden erste Ergebnisse und vorläufige Artenzahlen präsentiert. Durch die freiwillige und unentgeltliche Mitarbeit der rund 70 Expertinnen und Experten konnte die bis dahin eher karge Datenlage in diesem Gebiet erheblich verbessert werden. Wir hoffen, auch für die Erstellung von DNA-Barcodes noch einige Proben zu bekommen und die ABOL-BioBlitz Sammelsaison erfolgreich abzuschließen.
Wir bedanken uns ganz herzlich beim Nationalparkteam für die wie gewohnt perfekte Organisation von Unterkünften, Verpflegung und Transporten!

Impressionen aus dem Untersuchungsgebiet:

 

 

TdA Nockberge - Bärengrube. Foto: O. Macek

Am 7. und 8. Juli war das ABOL-Team an zwei zeitgleich stattfindenden Veranstaltungen präsent: dem Tag der Artenvielfalt in Tirol und dem Geo-Tag der Natur in Kärnten.
Beim Tag der Artenvielfalt in Tirol, in Leutasch, wurden vier sehr unterschiedliche und spannende Untersuchungsgebiete auf ihre Artenvielfalt untersucht. In einem Moorgebiet mit orchideenreichen Niedermooren und einem intakten Latschen-Hochmoor wurde mit zahlreichen Lichtfallen die Nacht zum Tag gemacht – zumindest für die nachtaktiven Insekten und deren Erforscher. Zusätzlich leuchteten uns viele Glühwürmchen, wie sie heute selten in solcher Anzahl zu beobachten sind, den Weg. Die zahlreich vertretenen Schmetterlings-Expert:innen waren aber auch hoch am Berg Richtung Arnkopf, bei einer artenreichen Wiese und einer interessanten Schotterfläche zugegen. Das schöne Wetter am Samstag leistete für reiche Beobachtungen diverser Tiergruppen einen guten Beitrag. Die Abschlussveranstaltung am Samstagnachmittag war gut besucht und mit einer sehr ansprechenden, in kürzester Zeit zusammengestellten Fotopräsentation, sehr informativ und interessant. Expert:innen verschiedenster Fachgebiete leisteten einen kurzen Beitrag dazu, von der Geologie des Untersuchungsgebietes, über eine Kurzeinführung zu iNaturalist, bis zu einem Gedicht über den Trauerspanner. Erste Ergebnisse wurden präsentiert. Auf den vier Untersuchungsflächen war einiges zu finden: 11 Orchideenarten, circa 200 verschiedene Schmetterlinge, darunter auch der seltene Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, über 50 Vogelarten, unter anderem Birkhuhn, Steinadler und Waldkauz, im Moorgebiet Sonnentau und Torf-Mosaikjungfer und einige Aufnahmen auf dem Batdetector. Im Rahmen der Nachbearbeitung werden sicher noch weitere spannende Arten die Liste ergänzen. Auch die Kulinarik und der Austausch unter den Expert:innen kam nicht zu kurz, bevor wir die weite Heimreise antraten, die sich auf jeden Fall gelohnt hat! Besten Dank an die Veranstalter!

Der andere Teil des ABOL-Teams nahm am GEO-Tag der Natur in den Nockbergen teil. Mit der Bärengrube bei Innerkrems ging es heuer in nordexponierte Lagen, mit abwechslungsreichem Untergrund vom Dolomit zu Glimmerschiefer, mit zahlreichen moorigen Bereichen. Nicht in jeder Organismengruppe konnte der Aufruf nach Bärenbezug so elegant bedient werden, wie dem botanischen Bärlapp. Hingegen blieben den Schmetterlings-Expert:innen die schnellen Erfolge mangels Sichtungen von Bärenspinnern verwehrt.
Die familiäre Stimmung und das perfekte Wetter führte dazu, dass dennoch niemand aus seinem Herzen eine Bärengrube machte. Zudem tröstete der Nachweis aller drei Arten der Rauhfußhühner selbst die Melancholiker über das Fehlen von Arten wie Contarinia baeri hinweg.
Unser Dank gilt wieder den Organisator:innen von E.C.O., vom Biosphärenpark und vom Ökoteam für die perfekte Organisation und das Eröffnen des weiten Feldes der freien Bärenassoziationen.

Impressionen aus Tirol:

Impressionen aus den Nockbergen:

Nach 2 Jahren mit virtuellen Tagungen waren wir sehr froh, heuer die ABOL-Jahrestagung wieder physisch abhalten zu können. Am 18. November war es dann soweit. Die bereits 9. ABOL-Tagung fand im Haus für Natur, Museum Niederösterreich, im Anschluss an das 5. Biodiversitätsforum statt. Das Vortragsprogramm war gewohnt spannend und inhaltlich sehr breit aufgestellt. Der inspirierende Keynote-Vortrag von Natasha de Vere von der Universität Kopenhagen über Pollen-Metabarcoding war eines der Highlights am Vormittag, gefolgt von Vorträgen über verschiedene Anwendungen von Metabarcoding und eDNA-Barcoding. Wir freuten uns auch sehr, Cyprian Katongo von der University of Zambia bei der ABOL-Tagung begrüßen zu dürfen und über geplante DNA-Barcodingaktivitäten in Sambia zu erfahren. Thematische Schwerpunkte am Nachmittag waren die Detektion von Krankheitsvektoren mittels DNA-Barcoding aber auch verschiedene Organismengruppen wie Mollusken, Schmetterlinge, Enziane und beeindruckende Dung-Pilze. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Vortragenden für ihre spannenden Beiträge und den Teilnehmer:innen für angeregte Diskussionen. Leider war die Tagung mit etwa 55 Teilnehmer:innen weniger gut besucht als die Tagungen vor der Pandemie.
Ein besonderer Dank gilt auch dem Museum Niederösterreich für die gute Zusammenarbeit und unseren Sponsoren Microsynth, Eppendorf und MDPI Diversity.

       

Impressionen von der Tagung (Bilder: M. Sonnleitner):

Gruppenfoto ABOL 2022

Gruppenfoto ABOL 2022

DNA-Barcoding Workshop - Laborarbeit. Foto: M. Sonnleitner

 

DNA-Barcoding Workshop an der Universität von Sambia

Anfang Oktober hat ABOL gemeinsam mit Prof. Cyprian Katongo einen DNA-Barcoding Workshop an der Universität von Sambia (UNZA) in Lusaka abgehalten. Der Workshop – als Teil des OeAD Kooperation Entwicklungsforschung-Projekts “DNA barcoding of Zambias Biodiversity” (unter dem Lead der Universität Graz) – hatte zum Ziel, Studierenden und Angestellten Methode und Anwendungen von DNA-Barcoding näher zu bringen. Der Workshop wurde mit zwei Keynote-Vorträgen von Prof. Christian Sturmbauer (Univ. Graz) eröffnet. Darauf folgte eine Vortragsreihe zu verschiedenen Aspekten von Biodiversität und DNA-Barcoding, die von Stephan Koblmüller (Univ. Graz), Cyprian Katongo (UNZA), Nikola Szucsich und Michaela Sonnleitner (ABOL-Koordination) gehalten wurden. Nach den anstrengenden Grundlagen war die Sammelexkursion an die Flüsse Kafue und Sambesi sicher ein Highlight für die etwa 30 Teilnehmer:innen. Mit Netzen ausgestattet versuchten die Teilnehmer:innen verschiedene Arten an Libellen zu fangen, was nach einer kurzen Eingewöhnungsphase auch sehr gut gelang. Libellen stellen gute Indikatororganismen für die Qualität von Gewässern dar und eignen sich daher gut für den Start einer Biodiversitätserfassung. Außerdem ist entsprechende Bestimmungsliteratur vorhanden. Zusätzlich wurden vom Department of Fisheries Fische zum Beproben zur Verfügung gestellt. Am nächsten Tag wurden von den Libellen und Fischen Gewebeproben entnommen und die Tiere präpariert. Die DNA-Extraktion wurde im Labor der Veterinärmedizin unter der Anleitung von Lukas Zangl (Univ. Graz, Universalmuseum Joanneum) und Stephan Koblmüller durchgeführt. Den Abschluss bildete Datenauswertung und -interpretation. Dabei konnten die Teilnehmer:innen Sequenzdaten, die von den Kursleitern zur Verfügung gestellt wurden, editieren, Stammbäume berechnen etc. Die Teilnehmer:innen waren bis zum Schluss mit Begeisterung und Engagement bei der Sache. Wir hoffen, dass der Workshop dazu beigetragen hat, DNA-Barcoding als Ansatz zur Erforschung der reichen Biodiversität Sambias zu etablieren.

Impressionen vom Workshop:

Liebe ABOL Community,

die gemeinsame Anmeldungsseite für die ABOL-Tagung und das Biodiversitätsforum ist jetzt offen.
Wir bitten um Anmeldung auf der folgenden Seite: -> Tage der Biodiversität – Programm & Anmeldung

Für die ABOL-Tagung am 30. November können noch Abstracts für Talks (15 Min. + 5 Min. Diskussion) und Flashtalks (5 Min. + 3 Min. Diskussion) eingereicht werden. Bitte bis 7.11. per email an: abol@nhm-wien.ac.at.
Wir freuen uns auf Ihren interessanten Vortrag!

Leider müssen wir verkünden, dass die ABOL-Tagung auch heuer wieder als reine ONLINE-Tagung stattfinden wird. Die Covid-19-Regulationen lassen ein gemütliches Beisammensein nicht zu, daher hielten wir es nicht für sinnvoll, eine Präsenztagung abzuhalten. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass die Tagung auch online Dank Ihrer/Eurer Mithilfe ein Erfolg wird!

Das ABOL-Koordinationsteam

Auch in Tirol durfte sich ABOL wieder mit der BioBlitz-Aktion am Tag der Artenvielfalt beteiligen. Untersucht wurden dabei ausgewählte Flächen im Naturpark Kaunergrat – von feuchten bis trockenen, mageren Bergmähdern bis zu Moorbereichen, Blockfeldern, Almwiesen und alpinen Rasen. Neben SchmetterlingsexpertInnen, die bereits Freitag abends mit Leuchtfallen ihre Erhebungen begannen, nahmen ExpertInnen für Käfer, Heuschrecken, Fliegen, Hautflügler, Vögel, Säugetiere sowie für Pflanzen und Pilze an der Veranstaltung teil. Am Samstag strömten die TeilnehmerInnen in die verschiedenen Untersuchungsgebiete aus, um bis zum späten Nachmittag eine möglichst umfangreiche Artenliste zu erstellen. Um 16h wurde schließlich zum Expertenkaffee ins Naturparkhaus „Gacher Blick“ eingeladen, wo man Zeit hatte sich auszutauschen und den Tag der Artenvielfalt gemütlich ausklingen zu lassen. Eine abschließende Präsentation der Ergebnisse wird es heuer erstmals erst im Herbst – vermutlich teilweise online – geben.

Wir möchten uns herzlich bei allen TeilnehmerInnen am ABOL-BioBlitz bedanken! Ein großer Dank gilt auch den Organisatoren des Tages der Artenvielfalt, die es schafften mit großer Spontanität den geplanten Veranstaltungsort vom Pfundser Tschey in den Naturpark Kaunergrat zu verlegen und dennoch für perfekte Verpflegung und Unterkünfte zu sorgen.

Impressionen vom Untersuchungsgebiet (Fotos: C. Leeb):

Die ABOL-BioBlitze sind nach zwei erfolgreichen Durchgängen 2019 und 2020 in der Community bereits weithin bekannt. Auch heuer werden wir uns wieder an den Tagen der Artenvielfalt beteiligen und rufen Sammlerinnen und Sammler auf, bei den ABOL-BioBlitzen mitzumachen. Es geht dabei darum, gesammelte und bestimmte Tiere (v.a. Insekten) zusätzlich für die genetische Analyse zu beproben. So kann ein Mehrwert geschaffen werden, mit dem wir einen Beitrag zur Befüllung der DNA-Barcoding Datenbank beitragen, die Bestimmung absichern und eine innovative Methode vermitteln können.

Erstmals bieten wir heuer auch Daten-Workshops an, in denen der Umgang mit den DNA-Barcoding-Daten und der internationalen Datenbank BOLD erlernt und geübt werden kann. Die online-Workshops können von Sammlerinnen und Sammler und anderen interessierten Personen besucht werden. Die Termine werden nach Bedarf festgelegt. Bei Interesse, bitte ein Mail an Oliver.Macek@nhm-wien.ac.at.