Liebe Barcoding-Interessierte,

wir möchten darauf hinweisen, dass 2015 bereits drei Publikationen über Barcoding von österreichischen Lepidopteren veröffentlicht wurden:

Anfang des Jahres präsentierten P. Huemer und P.D.N Hebert eine Barcode-Bibliothek, die 1489 Schmetterlingsarten aus Vorarlberg umfasst, darunter 36 Landesneufunde und 2 Erstnachweise für Österreich.

Zitat: 

Huemer, P., & Hebert, P. D. N. (2015). DNA-Barcoding der Schmetterlinge (Lepidoptera) Vorarlbergs (Österreich) - Erkenntnisse und Rückschlüsse. inatura – Forschung online, 15, 1–36. Retrieved from http://www.inatura.at/forschung-online/ForschOn_2015_015_0001-0036.pdf Cite

Eine weitere Publikation stellt die Ergebnisse der taxonomischen Revision der Gattung Kessleria vor. Ein integrativer Ansatz aus Morphologie und DNA-Barcoding konnte für Europa 24 Arten verifizieren und 5 neue Arten beschreiben.

Zitat: 

Huemer, P., & Mutanen, M. (2015). Alpha taxonomy of the genus Kessleria Nowicki, 1864, revisited in light of DNA-barcoding (Lepidoptera, Yponomeutidae). ZooKeys, 503, 89–133. https://doi.org/10.3897/zookeys.503.9590 Cite

Des Weiteren wurde die neue Motten-Art Callisto basistrigella aus den Südostalpen vorgestellt. Sie unterscheidet sich morphologisch und genetisch von ihrer Schwesternart C. coffeella, kann aber mit dieser sympatrisch, ohne Hinweis auf Hybridisierung, vorkommen.

Zitat: 

Kirichenko, N., Huemer, P., Deutsch, H., Triberti, P., Rougerie, R., & Lopez-Vaamonde, C. (2015). Integrative taxonomy reveals a new species of Callisto (Lepidoptera, Gracillariidae) in the Alps. ZooKeys, 473, 157–176. https://doi.org/10.3897/zookeys.473.8543 Cite

Smaragdgressling

Im Rahmen von Aufsammlungen an der Oberen Mur im Jahr 2014 wurden von der Universität für Bodenkultur gründlingsartige Fische gefangen, die sich von allen bekannten österreichischen Romanogobio-Arten morphologisch und ökologisch unterschieden. Erste DNA-Barcoding Ergebnisse vom ABOL-Pilotprojekt-Team Wirbeltiere um Stephan Koblmüller (Karl-Franzens-Universität Graz) ergaben keine Übereinstimmung mit den bekannten Gründling-Arten Eurasiens, ein starker Hinweis, dass eine neue Art gefunden wurde. Diese scheint ein sehr enges Verbreitungsgebiet und ein ähnliches ökologisches Profil wie juvenile Äschen aufzuweisen. Aufgrund des grünlichen Schimmers der adulten Individuen wird der Name Smaragdgründling vorgeschlagen.
Eine formelle Artbeschreibung ist in Vorbereitung.

Zitat:

Friedrich, T., Wieser, C., Unfer, G., Pinter, K., Daill, D., Zangl, S., & Koblmüller, S. (2015). Eine neue, unbeschriebene Gründlingsart der Gattung Romanogobio in der Oberen Mur – Eine erste Beschreibung anhand morphologischer Merkmale und DNA-Barcodes. Österreichs Fischerei, 68(4), 91–99. Cite