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Auftakt für eine österreichische eDNA-Interessensgemeinschaft

Das Metabarcoding-Symposium, das am 17. und 18. September 2026 am Naturhistorischen Museum Wien stattfand, war nicht nur eine Plattform für den fachlichen Austausch, sondern zugleich der Auftakt für die Entstehung einer österreichischen eDNA-Interessensgemeinschaft (vorläufig: OeDNA). Veranstaltet wurde das Symposium von der ABOL-Koordination gemeinsam mit Bettina Thalinger (WasserCluster Lunz) und Christoph Hahn (Universität Graz).

eDNA und Metabarcoding haben sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt und bewegen sich zunehmend in Richtung großflächiger und praxisorientierter Anwendungen. Gleichzeitig ist die Community in Österreich bislang noch relativ fragmentiert. Mit OeDNA möchten wir daher Forschende, Anwender, Behörden und Unternehmen stärker miteinander vernetzen, den Austausch fördern und gemeinsame Themen voranbringen.

Wer sich dafür interessiert, kann unter folgendem Link daran teilnehmen und informiert bleiben:

https://forms.gle/zZMczhC1zuUqERRQA

Großes Interesse am Metabarcoding-Symposium

Das Interesse am Metabarcoding-Symposium war überwältigend: Bereits nach kurzer Zeit war die Veranstaltung vollständig ausgebucht. Am ersten Tag erwartete die Teilnehmer ein vielfältiges Programm, das unterschiedliche Aspekte von eDNA und Metabarcoding zusammenbrachte. Die Vorträge reichten von aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen über die Bedeutung von Referenzdaten und Beispiele aus angewandten Projekten bis hin zu Fragen der Standardisierung.

Auch Unternehmen als wichtige Partner im gesamten Prozess erhielten die Möglichkeit, ihr Profil vorzustellen. Wir hoffen damit der Vielfältigkeit von Interessen und thematischem Hintergrund der Teilnehmer:innen gerecht worden zu sein.

Ein besonderer Dank gilt unseren beiden Keynote-Speakern Bernd Hänfling (UHI Inverness) und Henrik Krehenwinkel (Universität Trier) für ihre inspirierenden und eindrucksvollen Vorträge. Sie präsentierten ein umfangreiches Portfolio an Möglichkeiten, die eDNA und Metabarcoding in aquatischen und terrestrischen Lebensräumen bieten.

Ein weiterer Höhepunkt des ersten Tages war die ausgedehnte Podiumsdiskussion. Vertreter aus Wissenschaft, Behörden und Praxis diskutierten Erfahrungen, Chancen und Herausforderungen beim Einsatz von eDNA und Metabarcoding. Dabei wurden zahlreiche Fragen aufgeworfen, die im Rahmen der neu entstehenden OeDNA-Community weiter diskutiert und gemeinsam bearbeitet werden sollen. Ein zentrales Thema ist dabei die Standardisierung. In einigen Bereichen sind bereits Standards etabliert, beispielsweise im Rahmen von LTER. Diese basieren unter anderem auf wissenschaftlichen Arbeiten und Projekten wie GeMonA+ und können als Orientierung für die Implementierung von eDNA- und Metabarcoding-Methoden in weiteren Anwendungsbereichen dienen. Auch Unternehmen wie Spcfy bieten bereits Lösungen für standardisierte Analyse-Pipelines an.

Eine Variante einer Bioinformatik-Pipeline zur Auswertung von Metabarcoding-Daten lernten die Teilnehmer:innen beim hands-on Workshop am zweiten Tag der Veranstaltung kennen. 50 Personen nahmen am Workshop teil und lernten die einzelnen Schritte dieses komplexen Prozesses kennen. Neben der technischen Auswertung wurde auch die Interpretation der gewonnenen Ergebnisse ausführlich thematisiert.

Wir freuen uns über die gelungene Veranstaltung, bedanken uns bei allen Teilnehmer:innen fürs Dabeisein und Mitmachen und hoffen auf reges Interesse an OeDNA.

Fotos: M. Sonnleitner, B. Thalinger

Szucsich et al 2026

Rückblick auf ein Jahrzehnt ABOL: Koordination einer nationalen Biodiversitätsinitiative

Wie lässt sich die biologische Vielfalt eines Landes systematisch erfassen – was braucht es, damit aus einer Forschungsinitiative ein langfristig tragfähiges Netzwerk entsteht?

Seit 2014 widmet sich die Initiative Austrian Barcode of Life (ABOL) der systematischen Erfassung der österreichischen Tier-, Pflanzen- und Pilzvielfalt mithilfe von DNA-Barcodes. In den vergangenen zehn Jahren hat sich dabei weit mehr entwickelt als eine Sammlung molekulargenetischer Referenzdaten: ABOL ist zu einem österreichweiten Netzwerk geworden, das Forschung, biologische Sammlungen, Schutzgebiete, Fachgesellschaften und Citizen Science miteinander verbindet.

In unserer neuen Publikation „Evolving ABOL (the Austrian Barcode of Life Initiative): Reflections on a Decade of Coordinating a National Biodiversity Initiative“ ziehen wir als ABOL-Koordination Bilanz über die Jahre 2014 bis 2025.

Der Beitrag zeigt, wie ABOL aufgebaut und weiterentwickelt wurde – von Dateninfrastrukturen und Referenzdaten über neue Anwendungen des DNA-Barcodings bis hin zu partizipativen Formaten wie den ABOL-BioBlitzen. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig die langfristige Zusammenarbeit unterschiedlicher Institutionen und Disziplinen für eine umfassende Dokumentation der Biodiversität ist.

ABOL steht damit beispielhaft für einen integrativen Ansatz in der Biodiversitätsforschung: Taxonomische Expertise trifft auf molekulare Methoden, digitale Infrastrukturen und gesellschaftliche Beteiligung.

Doch der Blick der Publikation geht nicht nur zurück. Angesichts des fortschreitenden Biodiversitätsverlusts stellt sie auch die Frage, welche Rolle ABOL künftig und langfristig bei der Umsetzung nationaler und internationaler Biodiversitätsziele spielen kann.

Jetzt den vollständigen Beitrag lesen und zehn Jahre ABOL Revue passieren lassen:

Szucsich NU., Sonnleitner M, Ackerl F, Kargl V, Heinzl J, Hörweg C & Haring E (2026). Evolving ABOL (the Austrian Barcode of Life Initiative): Reflections on a Decade of Coordinating a National Biodiversity Initiative. Acta ZooBot Austria 162, 45–71.

ABOL & Partner:innen laden ins Naturhistorischen Museum Wien zu einem
zweitägigen Symposium zur Theorie und Praxis von (e)DNA Metabarcoding!

Am ersten Tag finden Vorträge aus verschiedenen Themenbereichen rund um (e)DNA Metabarcoding und dessen Anwendung mit einer abschließenden Podiumsdiskussion statt. Als Keynote-Speaker konnten wir bereits
Bernd Hänfling von der University of the Highlands and Islands (UK) gewinnen!
Der zweite Tag widmet sich der praktischen Umsetzung – mit einem Hands-on-Workshop zur bioinformatischen Auswertung und einem Schwerpunkt zur Interpretation von Metabarcoding-Daten.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen! Anmeldung erforderlich!

Weitere Infos unter www.abol.ac.at/metabarcoding-symposium

Zur Abwechslung meinte es das Wetter in den Hohen Tauern heuer, vom 18.-20. Juli 2025, gut mit uns. Beim Tag der Artenvielfalt des Nationalparks, im Gradental und Gartltal in Kärnten war nicht nur das Wetter rekordverdächtig, sondern, mit beinahe 100 Anmeldungen, auch die Anzahl der teilnehmenden Expert:innen.

Viele waren bereits am Freitag im Feld unterwegs auf Artensuche. Am Abend wurden mittels Lichtfallen nachtaktive Insekten angelockt, fotografiert, bestimmt und auf Observation.org erfasst. Schon kurz nach dem Leuchten waren in Observation.org bereits über 160 Arten an Nachtfaltern aus dem Untersuchungsgebiet eingetragen!

Während am Samstag der Großteil der Forscher:innen das Gradental besuchte – ein ausgedehntes Hochtal, das vom Mölltal Richtung Südwesten zieht und  von 3000ern umgeben ist – nahmen wir, die ABOL-Delegation, uns das südlich anschließende Gartltal vor. Insektenmäßig besonders interessant und ertragreich waren die Hochstaudenfluren entlang der Waldschläge mit Bärenklau, Mädesüß, Disteln und anderen Blühstauden. Weiter oben schlossen dann subalpiner Lärchenwald und Borstgras-reiche Weiden mit charakteristischer Silikatflora an. Sehr attraktiv und blütenreich waren auch die niedermoorigen Bereiche beim Fleckmoos auf etwa 2000 m. Am späten Nachmittag wurden wir vom Shuttlebus beim Parkplatz in Ranach wieder abgeholt. Wie üblich waren die Transporte sehr gut organisiert. Rechtzeitig vorm Gewitter waren wir wieder im Tal.

Am Sonntagvormittag traf sich dann der Großteil der Teilnehmer:innen in Döllach zur Abschlusspräsentation. Neben diverser Wortspenden wurden von den Expert:innen die gefundenen Besonderheiten präsentiert – vom Erstnachweis einer Höhlenschrecke für das Gebiet, bis zum Leuchtmoos, das gerne in Halbhöhlen zu finden ist.
Nach dem abschließenden Gruppenfoto machten sich die meisten auf den Heimweg.

Aus ABOL-Sicht sind diese Gelegenheiten wie geschaffen, um mit Taxonom:innen in Kontakt zu treten – von alt-bekannt bis zu den vielen jungen Teilnehmer:innen. Die eine oder andere DNA-Barcode-Referenz wird auch aus diesen Tagen der Artenvielfalt zur Füllung der Datenbank beitragen. Wir bedanken uns bei den Organisator:innen für ihren Einsatz und bei allen, die beim ABOL-BioBlitz mitmachen.

Impressionen (Fotos: M. Sonnleitner):

Am 13. und 14. Juni 2025 veranstaltete der Biosphärenpark Wienerwald seinen mittlerweile 20. Tag der Artenvielfalt – dieses Jahr im niederösterreichischen Teil des Biosphärenparks rund um Baden bei Wien. Rund 100 Expert:innen aus unterschiedlichen Fachrichtungen machten sich  daran, die vielfältige Flora, Fauna und Funga der Region um den Kurpark bis zum Lindkogel zu erkunden. Bei strahlendem Wetter konnten zahlreiche spannende Beobachtungen gemacht und eine beeindruckende Anzahl von über 1700 Arten dokumentiert werden.
Wie auch in den vergangenen Jahren stand das Ziel im Vordergrund, innerhalb von 24 Stunden möglichst viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten nachzuweisen und so wertvolle Daten für den Naturschutz im Biosphärenpark zu sammeln. Ergänzend dazu wurde ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten: Nachtwanderungen, geführte Exkursionen sowie ein „Fest der Artenvielfalt“ am 14. Juni im Kurpark, bei dem sich interessierte Gäste an zahlreichen Informationsständen über Natur- und Artenschutz informieren konnten.
ABOL war ebenfalls mit dabei: Am 13. Juni war unser Team im Gelände unterwegs, um Proben zu sammeln, am 14. Juni standen wir mit einem Infostand für Gespräche zur Verfügung. Dabei konnten wir viele interessante Gespräche über die Rolle von DNA-Barcoding im Biodiversitätsmonitoring und Naturschutz führen – und nicht zuletzt neue Kontakte knüpfen und bestehende Kooperationen vertiefen.
Ein großes Dankeschön gilt dem Organisationsteam für die hervorragende Vorbereitung und Durchführung dieser gelungenen Veranstaltung!

Bericht und weitere Bilder vom Biosphärenpark Wienerwald ->HIER

Impressionen (Fotos von: N. Szucsich, V. Kargl, M. Sonnleitner):

Durch die Biodiversitätsfonds-Projekte ABOL-RefDat und GeMonA+ ist unser ABOL-Team am Naturhistorischen Museums mit Anfang 2024 gewachsen und die ersten BioBlitze waren eine gute Gelegenheit die Datenerhebung zu unterstützen sich in der Biodiversitäts-Community zu vernetzen.

Der diesjährige Tag der Artenvielfalt des Biosphärenparks Wienerwald fand in Wien-Liesing statt, zeitgleich reiste ein Teil des ABOL-Teams zum ÖEG-Insektencamp in den Naturpark Karwendel.

Anlässlich der City Nature Challenge startete Ende April eine Exkursion in das Untersuchungsgebiet Wien-Liesing in den Bereich um die Himmelswiese. Schon dort konnten einige Arten erhoben werden und bei Tag der Artenvielfalt am 8. + 9. Juni wurde diese Artenliste noch weiter ergänzt. Bei idealem Wetter, das nur durch zeitweise Windböen den Insektenfang erschwerte, ging es über Waldwege und extensive Wiesen, zu unterschiedlichen Gewässertypen. Durch die hellen ExpertInnen-T-Shirts traf man immer wieder auf interessierte BesucherInnen oder ExpertInnen anderer Artengruppen, wodurch sich nette Gespräche ergaben.

Beim Fest der Artenvielfalt teilten wir uns mit der Mykologischen Gesellschaft einen Informationsstand, der dank des im Vorfeld günstigen Pilz-Wetters prall gefüllt war!

Einen gemütlichen Ausklang fand der Tag der Artenvielfalt bei einem nahegelegenen Heurigen, zu dem alle ExpertInnen eingeladen wurden. Ein großes Dankeschön an das Organisationsteam, es war wie immer ein großartiges Erlebnis mit reibungslosem Ablauf!

Impressionen (Fotos: M. Sonnleitner)

Die Grazer Partner:innen haben mit ihren vielen ABOL-Aktivitäten den
2. Platz bei der heurigen Silberdistel (Biodiversitätspreis des Landes Steiermark) erreicht!

Wir freuen uns und gratulieren! 🤩

Aufgrund des großen Erfolgs im letzten Jahr hat heuer in den letzten beiden Septemberwochen der 2. DNA-Barcoding Workshop an der University of Zambia (UNZA) in der Hauptstadt Lusaka stattgefunden.
Im Rahmen des OeAD-Projekts “Inventorying biodiversity in the tropics: Establishing a DNA-barcoding pipeline for characterizing and monitoring Zambia’s biodiversity” unter dem Lead der Universität Graz (Stephan Koblmüller und Lukas Zangl) und Beteiligung von ABOL und Prof. Cyprian Katongo (UNZA) wurden Studierende und Mitarbeiter:innen der UNZA in allen erforderlichen Schritten der Erstellung von DNA-Barcodes ausgebildet. Der Workshop begann mit einer Vortragsreihe über verschiedene Aspekte von DNA-Barcoding als Standardansatz zur Erfassung der Biodiversität, dessen Anwendungsmöglichkeiten im Monitoring, die Herausforderungen einer nationalen Biodiversitätsinitiative und Möglichkeiten für Studierende und Doktorand:innen in Österreich zu forschen. Die restlichen Workshoptage bildeten den gesamten Prozess der Erstellung von DNA-Barcodereferenzen – vom Sammeln bis zur Datenauswertung – ab. Die generierten DNA-Barcodes von Fischen und Libellen sollen als Kristallisationskeim dienen, um den sich eine nationale Initiative in Sambia formieren kann. Anhand der Libellen wurde den Teilnehmer:innen auch das Präparieren und Bestimmen von Insekten nähergebracht. Laborarbeit mit DNA-Extraktion und PCR, sowie die Bearbeitung und Auswertung der Sequenzdaten erfreuten sich besonderer Beliebtheit. Insgesamt war der Workshop mit etwa 30 Teilnehmer:innen abermals ein großer Erfolg. 

Letzten Samstag (7.10.) war ABOL gemeinsam mit den Zentralen Forschungslaboratorien bei der Langen Nacht der Museen im Naturhistorischen Museum Wien vertreten. Besucher:innen konnten sich bei uns von 18 Uhr bis 1 Uhr morgens über ABOL, DNA-Barcoding und DNA-basierte Forschung im Allgemeinen informieren. Im mobilen Lab wurde mit einfachen Hilfsmitteln DNA aus Paradeisern extrahiert und so konnte die DNA als heller Bodensatz im Probenröhrchen fasziniert bestaunt werden. Wir erklärten Grundlagen und Anwendungen von DNA-Barcoding und was die ABOL-Initiative alles macht. Besondere Aufmerksamkeit bekamen die präparierten Libellen als Beispiel dafür, wie Insekten im Museum aufbewahrt werden. Manche der Besucher:innen staunten nicht schlecht, dass es in Österreich 78 verschiedene Libellenarten gibt. Unter der Stereolupe konnten Exuvien der Tiere von Libellen betrachtet werden, was sich auch großer Beliebtheit erfreute. So war die lange Nacht für uns sehr kurzweilig. Wir freuen uns über das große Interesse und die vielen interessanten Gespräche, die sich entwickelten. Mit 16.000 Besucher:innen war die Veranstaltung ein riesiger Erfolg für das NHM.

Die Tagungswebsite zu den Tagen der Biodiversität 2023 ist online und die Anmeldung geöffnet!
https://biodiversitaetstage.boku.ac.at/
Auf der Website gibt es bereits Kurzbeschreibungen zu den 9 Sessions, einen Zeitplan etc. und natürlich den Link zur Anmeldung! Da die Plätze vor Ort limitiert sind, bitten wir Sie um möglichst baldige Registrierung! Die Tagung ist kostenpflichtig, wir haben uns bemüht, die Preise niedrig zu halten, müssen aber Kosten für Catering und Technik abdecken.
Die Keynote-Vorträge am 8. und 9.11. sind frei zugänglich solange Plätze vorhanden sind, ebenso die Podiumsdiskussion mit Fr. Bundesministerin Leonore Gewessler am Freitag den 10.11.
Die Infos auf der Website werden laufend ergänzt und erweitert!

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