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Szucsich et al 2026

Rückblick auf ein Jahrzehnt ABOL: Koordination einer nationalen Biodiversitätsinitiative

Wie lässt sich die biologische Vielfalt eines Landes systematisch erfassen – was braucht es, damit aus einer Forschungsinitiative ein langfristig tragfähiges Netzwerk entsteht?

Seit 2014 widmet sich die Initiative Austrian Barcode of Life (ABOL) der systematischen Erfassung der österreichischen Tier-, Pflanzen- und Pilzvielfalt mithilfe von DNA-Barcodes. In den vergangenen zehn Jahren hat sich dabei weit mehr entwickelt als eine Sammlung molekulargenetischer Referenzdaten: ABOL ist zu einem österreichweiten Netzwerk geworden, das Forschung, biologische Sammlungen, Schutzgebiete, Fachgesellschaften und Citizen Science miteinander verbindet.

In unserer neuen Publikation „Evolving ABOL (the Austrian Barcode of Life Initiative): Reflections on a Decade of Coordinating a National Biodiversity Initiative“ ziehen wir als ABOL-Koordination Bilanz über die Jahre 2014 bis 2025.

Der Beitrag zeigt, wie ABOL aufgebaut und weiterentwickelt wurde – von Dateninfrastrukturen und Referenzdaten über neue Anwendungen des DNA-Barcodings bis hin zu partizipativen Formaten wie den ABOL-BioBlitzen. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig die langfristige Zusammenarbeit unterschiedlicher Institutionen und Disziplinen für eine umfassende Dokumentation der Biodiversität ist.

ABOL steht damit beispielhaft für einen integrativen Ansatz in der Biodiversitätsforschung: Taxonomische Expertise trifft auf molekulare Methoden, digitale Infrastrukturen und gesellschaftliche Beteiligung.

Doch der Blick der Publikation geht nicht nur zurück. Angesichts des fortschreitenden Biodiversitätsverlusts stellt sie auch die Frage, welche Rolle ABOL künftig und langfristig bei der Umsetzung nationaler und internationaler Biodiversitätsziele spielen kann.

Jetzt den vollständigen Beitrag lesen und zehn Jahre ABOL Revue passieren lassen:

Szucsich NU., Sonnleitner M, Ackerl F, Kargl V, Heinzl J, Hörweg C & Haring E (2026). Evolving ABOL (the Austrian Barcode of Life Initiative): Reflections on a Decade of Coordinating a National Biodiversity Initiative. Acta ZooBot Austria 162, 45–71.


ABOL-Referenzdaten (ABOL-RefDat) – Aufruf zur Projektmitarbeit!

Wir freuen uns sehr, dass Anfang des Jahres das vom Biodiversitätsfonds geförderte Projekt ABOL-RefDat gestartet ist!

Unser Ziel? Die Erstellung von mindestens 5.000 DNA-Barcodes für mindestens 1.500 österreichische Arten von Tieren, Pflanzen und Pilzen, sowie das Schließen von Datenlücken in Österreich! Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei Bestäubern, Boden- und Wasserorganismen.

Im Rahmen des RefDat-Projekts können wir erstmals Werkverträge für taxonomische Arbeiten vergeben und suchen dafür noch Projektpartner:innen!
Anhand von Checklisten können wir mittels GAP-Analysen gezielt taxonspezifische Daten-Lücken aufzeigen, also solche Arten identifizieren für die in BOLD (Barcode of Life Data System) noch keine bzw. nur wenige DNA-Barcodes von Arten aus Österreich vorhanden sind. So können wir gemeinsam an der Vervollständigung der Referenzdaten arbeiten! Im Rahmen von RefDat kann einerseits (nicht zu altes) Sammlungsmaterial verwendet werden, andererseits auch gezielt neu gesammeltes Material, wofür Sammelgenehmigungen vorhanden sein müssen. Die im Projekt generierten DNA-Barcodes werden in die internationale Datenbank BOLD eingespeist und für zahlreiche Anwendungen Open Access zur Verfügung stehen.

Voraussetzungen für eine Kooperation:

  • geeignetes, morphologisch gut bestimmtes Material
  • Vorlage von Sammelgenehmigungen bei Neuaufsammlungen (zwingend erforderlich!)
  • Hinterlegen der Referenzorganismen in wissenschaftlichen Sammlungen
  • möglichst zeitnaher Beginn, Abschluss der Probenbearbeitung bis Anfang 2025

Durch die relativ kurze Projektdauer bis Oktober 2025 sind wir bemüht, schnell Partner:innen zu finden.
Wenn also Interesse besteht, bitte möglichst rasch mit uns Kontakt aufnehmen (abol@nhm.at)!

Dieses Projekt wird durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie gefördert.