Aquatisches Biodiversitäts-Monitoring mittels eDNA am Beispiel des Schlammpeitzgers
Der Nachweis von seltenen, versteckt lebenden aquatischen Arten ist mit herkömmlichen Methoden, wie zum Beispiel der Elektrobefischung, oft aufwendig, beeinträchtigt die zu untersuchenden Organismen und ihre Lebensräume und kann nicht immer für große Beobachtungsgebietekostenmäßig eingesetzt werden. Abhilfe kann hier das eDNA-Barcoding (environmental-DNA; Umwelt-DNA) schaffen, bei dem eine Art anhand ihrer DNA-Spuren im Gewässer nachgewiesen wird. In einem Projekt des GVO-Labors sowie der Fachabteilung Oberflächengewässer des Umweltbundesamts wurden dafür Methoden hinsichtlich der Probenahme, der Fixierung der Proben, dem Transport, der Lagerung sowie der DNA-Extraktion und der Amplifizierung der DNA etabliert.
Die gewonnenen Kompetenzen wurden im Rahmen eines biologischen Monitorings an der March von 2017 – 2019 am Beispiel des Schlammpeitzgers, Misgurnus fossilis, getestet. Die spezielle Herausforderung lag u.a. im hohen Anteil an organischer Substanzen in den Gewässern der Marchauen, ersichtlich durch die Trübe, die eine Extraktion von brauchbarem DNA-Material grundsätzlich erschwert. Dennoch konnte gezeigt werden, dass der Nachweis des Schlammpeitzgers mittels eDNA so zuverlässig funktioniert wie der Nachweis mittels der aufwendigeren Elektrobefischung. Obwohl der Einsatz von eDNA noch mit Limitierungen verbunden ist, so kann weder die Anzahl (Abundanz) genau geschätzt werden noch die Vitalität, Geschlecht bzw. Gewicht und Länge der Individuen sowie deren Laichbereitschaft festgestellt werden, handelt es sich um eine vielversprechende Methode. Dank der entwickelten „Standard Operating Procedures” (SOPs) ist diese Methode für eine routinemäßige Anwendung im Umweltbundesamt für zukünftige Studien einsatzbereit.

Projektteam
Florian Wolf-Ott
Frank Narendja
Robert Konecny
(Umweltbundesamt)
Projektstatus: laufend

Abonniere unseren Newsletter
Aktuelle News
Metabarcoding-Symposium 202624. September 2026 - 09:54Auftakt für eine österreichische eDNA-Interessensgemeinschaft Das Metabarcoding-Symposium, das am 17. und 18. September 2026 am Naturhistorischen Museum Wien stattfand, war nicht nur eine Plattform für den fachlichen Austausch, sondern zugleich der Auftakt für die Entstehung einer österreichischen eDNA-Interessensgemeinschaft (vorläufig: OeDNA). Veranstaltet wurde das Symposium von der ABOL-Koordination gemeinsam mit Bettina Thalinger (WasserCluster Lunz) und Christoph […]
Ein Jahrzehnt ABOL – neue Publikation!24. September 2026 - 09:17Rückblick auf ein Jahrzehnt ABOL: Koordination einer nationalen Biodiversitätsinitiative Wie lässt sich die biologische Vielfalt eines Landes systematisch erfassen – was braucht es, damit aus einer Forschungsinitiative ein langfristig tragfähiges Netzwerk entsteht? Seit 2014 widmet sich die Initiative Austrian Barcode of Life (ABOL) der systematischen Erfassung der österreichischen Tier-, Pflanzen- und Pilzvielfalt mithilfe von DNA-Barcodes. […]
ABOL-BioBlitze 2026 – von der Flussebene bis zum Gipfel23. July 2026 - 14:56Rückblick auf eine erfolgreiche ABOL-Freilandsaison 2026! Seit 2019 ist das ABOL-Koordinationsteam bei den verschiedenen Tagen der Artenvielfalt mit ABOL-Bioblitzen aktiv bei denen DNA-Barcodes generiert werden und Expert:innen mit diesem methodischen Ansatz vertraut gemacht werden. Auch dieses Jahr erfreuten sich die Tage der Artenvielfalt großer Beliebtheit. Dank der zahlreichen engagierten Expertinnen und Experten wurden viele Arten […]


Foto: Edwin Kniha
Foto: Rudolf Pavuza