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ABOL in Aktion - von Datengrundlage, Anwendung bis hin zur Publikation

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Wir freuen uns, zwei kürzlich abgeschlossene Biodiversitätsfonds-Projekte und
aktuelle Publikationen vorstellen zu dürfen!

Arten zu kennen ist der wichtigste Aspekt um sie zu schützen!

Die Kompetenz, Arten zu bestimmen, nimmt zusehends ab und wird zum Bottleneck bei steigenden Anforderungen im Biodiversitätsmonitoring. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurde 2024 das Projekt ABOL-RefDat gestartet. Es trägt zur genetischen Erfassung von in Österreich vorkommenden Tieren, Pflanzen und Pilzen bei und verknüpft vorhandenes taxonomisches Wissen mit DNA-Barcodes. Dies soll künftig Artbestimmung erleichtern und unabhängig von vorhandenen taxonomischen Kenntnissen, skalierbar und effizienter machen.
ABOL-RefDat startete mit dem Ziel 5.000 DNA-Barcodes von 1.500 Arten zu generieren - welches in einer Laufzeit von knapp 1,5 Jahren deutlich übertroffen wurde:

ABOL bereichert die Datengrundlage für Österreich mit 5.724 neuen DNA-Barcodes
von 2.773 Arten!


Dabei konnten 500 DNA-Barcodes für Tiergruppen generiert werden, von denen methodische Protokolle erst entwickelt werden mussten oder die als „schwierig“ galten.
Der Erfolg des Projekts zeigt, dass mit ausreichend finanziellen Mitteln und einem funktionierenden Netzwerk an Biodiversitätsexpert:innen ein großer Beitrag zur Erfassung der Biodiversität innerhalb eines kurzen Zeitraums erbracht werden kann.
Die Daten sind auf der internationalen Plattform BOLD frei verfügbar. Eine gut gefüllte und kuratierte Referenzdatenbank ist essenziell für genetisch gestütztes Monitoring, Bestimmung von morphologisch nicht bestimmbaren Lebensstadien und effizienter genetischer Bestimmung von Arten!
Das ABOL-Team bedankt sich bei allen Partner:innen und Mitwirkenden für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit!
Die Referenzdatenbank findet im nachfolgenden Projekt Anwendung

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Biodiversitätsmonitoring nimmt zusehends in Wichtigkeit und Umfang zu!

Herkömmliches Monitoring ist meist sehr ressourcen- und zeitintensiv. Um dem Abhilfe zu schaffen, erarbeitete GeMonA+ Module für ein skalierbares und effizientes Biodiversitätsmonitoring für Pflanzen, Pilze und Insekten.

Als Konsortialprojekt wurde bei GeMonA+ Zusammenarbeit großgeschrieben. Folgende Institutionen waren am Projekt beteiligt:
  • Universitäten Graz (Lead), Wien, Salzburg, Innsbruck, BOKU-Univ.
  • Naturhistorisches Museum Wien (ABOL)
  • Nationalparks Gesäuse, Neusiedlersee, Kalkalpen und Hohe Tauern
Im Rahmen des Projekts wurden 7 Standorte beprobt und ein Methodenvergleich durchgeführt. Konkret handelte es sich bei der Methodik zur Biodiversitätserfassung um Metabarcoding von Insekten aus Malaisefallen, die Identifizierung von Blütenbesuchern durch eDNA-Waschung von Blütenpflanzen und Kescherfänge von Arthropoden.
Die verschiedenen Methoden zeigten zwar Überlappungen in den detektierten Arten, jedoch wurden mit jeder Methode zusätzliche Arten erfasst. Malaisefallen wiesen die höchsten Artenzahlen auf, was auf eine längere Beprobungsdauer rückzuführen ist. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass es noch Lücken in den Referenzdaten gibt, so konnten z.B. bei den Kescherproben 28% und bei den eDNA-Proben 30% der Arten aufgrund fehlender Referenzdaten nicht zugewiesen werden.
Verglichen wurde anschließend auch der Einfluss der Bearbeiterlabore auf die Ergebnisse. Weiters konnte eine optimierte Metabarcoding-Analysepipeline implementiert und das Protokoll für die Bearbeitung und Sequenzierung der Proben optimiert werden.

Nach der erfolgreichen Beendigung des Projekts sind einige Publikationen geplant!
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Zwei spannende, kürzlich publizierte Artikel an denen ABOL beteiligt war, findet ihr im
nächsten Abschnitt

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1. Best practice zur Einrichtung und Implementierung nationaler Barcoding-Initiativen

Kaitetzidou et al. fasst Erfahrungen aus 20 Ländern bezüglich Strategien für Kapazitätsaufbau, methodische Standardisierung, Einbeziehung von Interessengruppen, Diversifizierung der Finanzierung und Stärkung der Kommunikation zusammen.
Zu den wichtigsten Prioritäten gehören
  • der Aufbau umfassender DNA-Barcoding-Referenzbibliotheken,
  • die Ausrichtung der Aktivitäten an den Bedürfnissen des Biomonitorings und
  • die Förderung der FAIR- und CARE-Datenprinzipien.
Die Autoren enden mit 10 praktischen Empfehlungen, wie man nationale DNA-Barcoding-Nodes für die iBOL-Europe-Gemeinschaft einrichtet und langfristig erfolgreich macht!

2. Mission und strategische Prioritäten von iBOL Europe

Hollingsworth et al. skizziert die Mission und die strategischen Prioritäten der Barcoding-Community in Europa (iBOL Europe) im globalen Kontext. Die Mission von iBOL Europe besteht darin, eine vollständige DNA-Barcoding-Referenzbibliothek der europäischen eukaryotischen Biodiversität zu erstellen, zu pflegen und zugänglich zu machen. Weiters wollen sie die Entdeckung von Arten katalysieren, eine umfassende und harmonisierte Artenidentifikation und Biomonitoring ermöglichen und das globale iBOL-Programm zu unterstützen.
Als unmittelbare Ziele werden
  1. der Aufbau der Referenzdatenbank für prioritäre Taxa,
  2. die Demokratisierung des Zugangs zu Sequenzierungstechnologien und
  3. die Stärkung einer über Europa verteilten Community definiert.
Beide Arbeiten unterstreichen, dass der Aufbau einer umfassenden Referenzbibliothek der europäischen Biota ein Wettlauf gegen die Zeit ist. Insbesondere hochdiverse Regionen wie Südeuropa und Südosteuropa sind durch Urbanisierung und Klimawandel bedroht. Diese Zentren der endemischen Biodiversität von globaler Bedeutung weisen jedoch noch keine umfassende DNA-Barcodeabdeckung auf.
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